30.10.2017 13:51
von Dr. Beate Kummer

Presseinformation Scholz Recycling GmbH

Essingen, 30.Oktober 2017

 

Neue Werkstoffe erfordern neue Entsorgungsverfahren -Carbonfasern ohne Entsorgungssicherheit-

  • Carbonfasern sind fester Bestandteil der Leichtbaustrategie von Neufahrzeugen
  • Automobilindustrie wird an ihre Produktverantwortung erinnert
  • Recyclingwirtschaft fordert mehr Information, Transparenz und Forschungsbeteiligung

 

Die Recyclingwirtschaft sieht sich durch die Leicht baustrategie der Automobilindustrie  zunehmenden Entsorgungsproblemen gegenüber: „Die ko hlefaserverstärkten Kunststoffe im  Automobil stellen heute schon trotz geringer Mengen ein großes Entsorgungsproblem dar,“  sagte Dr. Gerd Hähne, Geschäftsführer der Scholz Re cycling GmbH. „Wir stellen einen  steigenden Anteil in den Shredderrückständen fest.  Fraktionen, die für die energetische  Verwertung vorgesehen sind, werden von den Anlagenb etreibern zunehmend verweigert.“  Zur Gewichtsreduzierung der Fahrzeuge und damit zur Treibstoffeinsparung werden immer  mehr hochfeste Stähle, Kunststoffe und verschiedene Verbundmaterialien verwendet. Im  Rahmen des „Multimaterialdesigns“ werden auch immer häufiger kohlefaserverstärkte  Kunststoffe eingesetzt, die in hochbelasteten Struk turbauteilen große Lasten auffangen  können und damit zu mehr Sicherheit beitragen. „Bei der Entwicklung der Neufahrzeuge wird  jedoch kaum berücksichtigt, dass immer komplexere B auteile das Recycling nahezu  unmöglich machen“, sagte Dr. Hähne.  Für das im Leichtbau konstruierten Elektrofahrzeug  fallen mehr als 10 €/kg Mehrkosten im  Vergleich zum konventionellen Fahrzeug (s. FOREL-St udie, 2015) an, was immerhin bis zu  15000 € pro Fahrzeug bedeutet. Dies ist seitens der Hersteller weithin akzeptiert, dabei sind  jedoch noch nicht die zukünftigen Aufwendungen für  neue Recyclingverfahren enthalten. Die  Scholz Gruppe als einer der innovativsten Aufbereit er von Altfahrzeugen fordert, beim  Design auch das Lebensende im Blick zu behalten. Ne ues Design und neue Materialen im  Automobilbau sind gemäß Anforderungen an die Produk tverantwortung hinsichtlich der  Recyclingfähigkeit immer mit zu beleuchten. Für ein e funktionierende Kreislaufwirtschaft sind  zumindest ausreichend Informationen zum Verbau komp lexer Bauteile und nicht  recyclingfähiger Werkstoffe notwendig, auch eine ge meinsame Durchführung von  Forschungsvorhaben mit finanzieller Beteiligung der OEMs ist erwünscht.  Die Scholz Gruppe äußert insbesondere Bedenken beim Einsatz von Carbonfasern, weil  Wissenschaftler schon längere Zeit vor den Gefahren der Kohlefasern warnen. Weil eine  Deponierung aufgrund hoher Verwertungsquoten ausges chlossen ist, müssen energetische  oder stoffliche Verfahren entwickelt werden, in den en die Fasern behandelt werden können.  Prof. Peter Quicker von der RWTH Aachen arbeitet se it einiger Zeit mit seinem Team am  Verhalten der Fasern bei thermischen Prozessen und  äußert dazu:  „ Eine vollständige  Zerstörung von Carbonfasern ist mit den üblichen Ve rbrennungsverfahren für Abfälle nicht  möglich. Im schlimmsten Fall entstehen Faserbruchst ücke, die aufgrund ihrer Geometrie  vermutlich als kanzerogen einzustufen sind. Zudem k önnen die Fasern zu deutlichen  Beeinträchtigungen im Anlagenbetrieb führen und zum Beispiel die Funktion von Sensoren  oder von elektrostatischen Abscheidern beeinträchti gen oder zu deren vollständigen Ausfall  führen.“  Die Scholz Gruppe hat erste Weigerungen seitens der Verbrennungsanlagen vorliegen, weil  Shredderrückstände Fasern enthalten. Gerd Hähne daz u: „Das Vorkommen von  Carbonfasern führt bald zum Entsorgungsnotstand ein zelner Shredderfraktionen, auch die  Quoten gemäß Altfahrzeuggesetz können dann nicht me hr eingehalten werden. Stoffliche  Verwertungsverfahren sind noch nicht ausgereift.“  Am Standort Leipzig-Espenhain sowie beim hundertpro zentigen Tochterunternehmen SRW  metalfloat GmbH (SRW), führendes Recyclingzentrum f ür Altfahrzeuge, Elektronikschrott  und Abbruchschrotten, wird man sich mit immer kompl exerem Inputmaterial auseinander  setzen müssen. Die Experten des führenden Recycling unternehmens rufen dazu auf, dass  Wissenschafter, Recycler und Hersteller einen Dialo g starten zum „Recycling neuer  Altfahrzeuge in Multimaterialdesign“.  

 

Weitere Informationen und Ansprechpartner:

SRW metalfloat GmbH

Berndt-Ulrich-Scholz-Straße 1 | 04571 Rötha OT Espenhain / Deutschland

Email: volker.grunert@scholz-recycling.de

 

 

www.srw-recycling.de

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