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Methan: Das unterschätzte Treibhausgas

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In der Natur kommt Methan insbesondere als Hauptbestandteil von Erdgas, im Permafrost- und auf dem Meeresboden sowie in Feuchtgebieten vor. Es entsteht vor allem durch biologische Prozesse unter Ausschluss von Sauerstoff. Etwa 60 Prozent der globalen Methan-Emissionen stammen jedoch aus anthropogenen, also vom Menschen zu verantwortenden Quellen. Nachdem die Methan-Konzentration in der Atmosphäre ab Mitte der 1990-Jahre nahezu konstant war, steigt sie nun seit 2007 wieder an; seit 2014 sogar besonders stark. Im Jahr 2019 betrug sie über 1.875 ppb (parts per billion, Teile pro Milliarde) und damit mehr als das Zweieinhalbfache der Konzentration aus dem Jahr 1750; dies ist der höchste Wert seit mindestens 800.000 Jahren.

Zurückzuführen sind diese enormen Steigerungen vor allem auf die zunehmenden Methan-Emissionen im Bereich der Viehzucht – insbesondere von Rindern – sowie aus Deponien und dem Reisanbau. Aber auch die durch fossile Energieträger bedingten Methan-Emissionen, die bei Gewinnung und Transport beziehungsweise bei Nutzung von Kohle, Öl und Erdgas entstehen, sind in den letzten Jahren gestiegen.

Der zunehmende Ausstoß von Methan ist deshalb so problematisch, weil er positive Rückkopplungsprozesse in Gang setzt. Dies sind Prozesse, die sich verstärkend auf sich selbst auswirken. So haben etwa die durch den Treibhauseffekt bedingten höheren Temperaturen zur Folge, dass der Methan-Ausstoß aus natürlichen Quellen zunimmt. Beispielsweise kann die Erwärmung eines Gewässers um ein Grad eine erhöhte mikrobielle Aktivität im Sediment bewirken, die wiederum bis zu 20 Prozent höhere Methan-Emissionen nach sich ziehen kann.

Einen weiteren positiven Rückkopplungseffekt im Hinblick auf klimaschädliche Gase, wie Methan, ist vom Auftauen des Permafrostbodens zu erwarten. Die Permafrost-Regionen enthalten rund 1.500 Milliarden Tonnen Kohlenstoff, mehr als doppelt so viel wie sich in der Atmosphäre befindet. 70 Prozent davon lagern in den oberen Schichten des Permafrosts, die vom Auftauen besonders gefährdet sind. Die Auswirkungen, die durch die frei werdenden Gase zu erwarten sind, wurden in den bisherigen Klimamodellen nicht ausreichend miteinbezogen. Aktuellen Studien zufolge könnte aus den auftauenden Permafrostböden bis zum Jahr 2100 etwa 15 Prozent des leicht abbaubaren Kohlenstoffs in Form von CO2 oder Methan in die Atmosphäre gelangen, was die globale Durchschnittstemperatur um rund 0,3 Grad ansteigen lassen würde. Um den globalen Temperaturanstieg auf zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Temperaturniveau zu begrenzen, müssten allein die Methangas-Emissionen jährlich um mehr als sieben Prozent zurückgehen. Die derzeitige Entwicklung der jährlichen Zuwachsraten der atmosphärischen Methankonzentration stimmt jedoch eher mit solchen Klimaszenarien überein, nach denen sich die Erde bis zum Jahr 2100 um drei bis vier Grad erwärmt.

Um die klimaschädlichen Auswirkungen der Treibhausgase zu begrenzen und die Klimaschutzziele einzuhalten, müssen konkrete, verbindliche Maßnahmen, die auch die jeweiligen GWP-Werte berücksichtigen, für die Emissions-Reduktion der einzelnen Treibhausgase festgelegt werden – gerade auch für Methan. Dass im Hinblick auf das Treibhausgas Methan Handlungsbedarf besteht, hat offenbar auch die Europäische Union erkannt. So will die EU-Kommission unter deutscher Führung Mitte Oktober 2020 zwar eine neue „Methanstrategie“ verabschieden; doch verbindliche Standards und vorgegebene Grenzwerte sind dabei nicht vorgesehen. Stattdessen plant die EU-Kommission lediglich, die Datengrundlage zu verbessern und freiwillige Maßnahmen zu empfehlen, kritisieren auch Umweltschutzorganisationen, wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH). "Die Methanstrategie der EU-Kommission ist aktuell ein Sammelsurium leerer Versprechungen“, so Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH. „Es scheint, als würde die Kommission von Ursula von der Leyen jede Art von verbindlichen Zielen und konkreten Handlungsvorschlägen vermeiden wollen.“ Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz der DUH bemängelt, die Methanstrategie lese sich „wie der Wunschzettel der Erdgas-Industrie.“ Denn nach Einschätzung der EU-Kommission sind die Methangas-Emissionen aus Drittländern, welche bei der Förderung, Verarbeitung und dem Transport von Erdgas entstehen, bis zu acht Mal so hoch wie die Emissionen der Gaswirtschaft innerhalb der EU. Solange diese ausgelagerten Emissionen nicht in der Methanstrategie berücksichtigt werden, bleibe diese unvollständig und unwirksam, so die DUH. Statt endlich wirksame Maßnahmen zu ergreifen, wird offenbar mit leeren klimapolitischen Phrasen, wie der EU-Methanstrategie, einmal mehr wertvolle Zeit vergeudet – Zeit, die wir im Kampf gegen den Klimawandel längst nicht mehr haben.

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